Glas.

Der Plan, um mein ewig volles Gehirn sozusagen unterwegs zu entlasten, scheitert bislang daran, dass mein Hirn zu voll ist, um die Handlungskapazität für das Anlegen der Glasmüllhalde freizusetzen.

Note to myself: Großes Einmachglass besorgen. Block mit Abreißblättern oder Post-its besorgen.

Diese Blitzgedanken, die wie ein Steinchen in der Sandale aufhalten und pieksen, werden aufgeschrieben, in das Glas geworfen und irgendwann feierlich vernichtet.

Dann müsste es ein weiteres Glas „Regrets“ geben. Wie ich vor 21,5698231 Jahren unfreundlich zu Mariesabinegeraldoderwemauchimmer war und dies heute, jetzt in meinem Hirn aufpoppt, während ich versuche, einzuschlafen, das versteht auch kein Mensch. Aufschreiben, weg damit. Verbrennen.

Ein weiteres Glas „man müsste endlich mal“. Regelmäßig Gitarre spielen, jetzt, abends auf der Dachterrasse, wo es so lecker nach Sommer und Wald und Wiese duftet. Das Buch zu Ende lesen, das seit Monaten angefangen auf dem Nachttisch liegt. Die täglichen fünfzehn Minuten Training, um beim nächsten Mal im Sportpark mit der Kurzen mithalten zu können. Das andere Training nicht so oft sausen lassen. Regelmäßiger Schach spielen, mehr üben.

Wohl.Wollen.

Jemandem Wohl wollen. Das Wohl. Ein guter, positiver Zustand. Wohlwollen. Das Beste wollen. Wollen. Fordern. Einfordern. Wohl einfordern. Das eigene Wohl einfordern. Das Wohl des anderen nicht wollen. Das Wohl des anderen so und nicht anders wollen. Unwillen erzeugen. Unwohl machen. Wohl gemeint ist nicht gut gemacht. Gemeint. Gemein. Gemein sein, um Wohl zu wollen.

Ich will doch nur Dein Bestes.

Was bisher geschah. #2

Dänemark.

Die beste Idee dieses bisherigen Jahres, dieses Geschenk für die Allereinzigste und der 6tägige Trip in den Norden. Ich kenne Schweden ein wenig, ich habe Finnland besucht und ich war kurz in Norwegen. Das nächste erreichbare skandinavische Land habe ich bislang nur durchquert.

Bin angefixt, hab‘ Glück gehabt und Wehmut, dass Schönes so flüchtig ist, daher muss ich unbedingt wiederkommen.

Was bisher geschah #1

Montag, 14. Juli.

Seit 9 Tagen wissen wir, dass es keinen Weg heraus gibt. Bein ab? Nicht in dem Alter, nicht mehr. Also wird verwöhnt und gepäppelt, bis der Arzt kommt. Gestern war Schluss mit lustig, nur noch Apathie, Nullfasten und zum Schluss lief der Urin einfach nur noch raus, ohne jeden Versuch, das Klo zu erreichen.

Der Arzt, oder besser: unsere Ärztin kommt kurz nach Mittag. Es ist ein wenig übel, dass ich ihn noch einfangen muss. Ich komme mir vor wie die letzte Henkerin, Verräterin, Mörderin.

Dann ist es ganz friedlich und er schläft und wacht auch nicht mehr auf. Mein Kinderkopfkissenbezug dient als letzte Ruhestätte, die er schließlich unter dem Apfelbaum im Schrebergarten findet.

Ach, Tammo. Vielen Dank für 13 wunderschöne Jahre mit Dir. Ich bin so traurig, dass Du weg bist und so froh, dass Du da warst.